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GovTech Startup Monitor 2026: Umsetzung als Problem

Deutschland mangelt es nicht an innovativen GovTech-Lösungen. Doch in der öffentlichen Verwaltung kommen sie noch zu selten an. Der aktuelle „GovTech Startup Monitor 2026“ verdeutlicht: Komplexe Ausschreibungen, lange Verfahren und starre Eignungskriterien schrecken junge Anbieter ab.

Die öffentliche Beschaffung ist ein großer Markt, an dem auch Startups partizipieren sollen. Foto: StartupStockPhotos / Pixabay
Die öffentliche Beschaffung ist ein großer Markt, an dem auch Startups partizipieren sollen. Foto: StartupStockPhotos / Pixabay

Ein wachsender Markt mit operativen HĂŒrden

Der öffentliche Sektor investiert massiv in die Digitalisierung. Obwohl 83 Prozent der befragten Startups ihre Lösungen fĂŒr den Einsatz in der Verwaltung als geeignet einstufen, haben sich bisher nur 42 Prozent ĂŒberhaupt um öffentliche AuftrĂ€ge beworben. Die Studie identifiziert hier ein klares „Umsetzungsdefizit“: Der Staat ist als Markt strategisch attraktiv, schreckt junge Unternehmen in der operativen Zusammenarbeit jedoch ab. Lediglich 11 Prozent der Startups bewerten den öffentlichen Markt derzeit als attraktiver als den privaten Sektor.

Die grĂ¶ĂŸten Barrieren im Vergabeverfahren

Wenn Startups den Weg in die öffentliche Beschaffung nicht finden, liegt das selten an fehlenden technologischen Lösungen. Vielmehr begĂŒnstigen die aktuellen Strukturen in Vergabeverfahren vor allem etablierte Anbieter.

  • Überkomplexe Unterlagen: FĂŒr 72 Prozent der Startups stellen die oft sehr umfangreichen und komplexen Ausschreibungsunterlagen ein wesentliches Hindernis dar.

  • Strukturelle Eignungskriterien: Hohe Umsatzschwellen und weitreichende Referenzanforderungen schließen junge Unternehmen hĂ€ufig schon vor dem eigentlichen Wettbewerb aus.

  • Verfahrensdauer: Mit einer mittleren Dauer von 24 Wochen sind öffentliche Vergaben fĂŒr Startups oft viermal zu lang (aus Sicht der Startups wĂ€ren 6 Wochen akzeptabel).

  • Fokus auf Form statt Wirkung: 92 Prozent der befragten Startups kritisieren, dass Vergaben vorrangig formale Kriterien belohnen. Sie wĂŒnschen sich eine stĂ€rkere Ergebnis- und Wirkungsorientierung.

Beschaffung als Frage der digitalen SouverÀnitÀt

Die Einbindung von Startups in die Verwaltungsdigitalisierung ist nicht nur eine Frage von Effizienz und Modernisierung. 86 Prozent der befragten Unternehmen sehen die öffentliche Beschaffung als elementare SouverÀnitÀtsfrage.

Tritt der Staat frĂŒhzeitig als „Ankerkunde“ fĂŒr heimische Technologien auf, stĂ€rkt dies nicht nur den Wirtschaftsstandort, sondern reduziert auch die einseitige AbhĂ€ngigkeit von außereuropĂ€ischen Software-Anbietern.

LösungsansĂ€tze fĂŒr eine startup-freundliche Vergabe

Um das vorhandene GovTech-Potenzial in Deutschland besser auszuschöpfen, fordern Startups und innovationsorientierte Verwaltungsmitarbeiter grundlegende Anpassungen. Im Fokus stehen dabei:

  • Anpassung des Vergaberechts: Ein Abbau von Altersgrenzen bei Unternehmen und eine Reduzierung unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸiger Nachweispflichten.

  • Dynamische Beschaffungsinstrumente: Ein Blick ins Ausland (z. B. nach Großbritannien) zeigt, dass offene und dynamische Listen qualifizierter Anbieter sinnvoller sein können als ĂŒber Jahre geschlossene RahmenvertrĂ€ge.

  • Schnellere Entscheidungswege: Eine spĂŒrbare Beschleunigung der Vergabeprozesse und klar benannte Ansprechstellen in den Verwaltungen.

Das neue Vergabebeschleunigungsgesetz und diverse Initiativen auf Landesebene weisen laut Studie in die richtige Richtung. Nun kommt es darauf an, diese Instrumente auch in der tÀglichen Vergabepraxis konsequent und innovationsfördernd anzuwenden.

Quelle: Startup Verband | B_I MEDIEN


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